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MarienbergPortal.de November 2013

Das letzte Hemd hat keine Taschen…

Ja, es ist war, im Himmel braucht man kein Geld. Da üppige Grab-Beigaben seit dem Pyramidenbau eher zurückgegangen sind, baut man sich auch weniger pompöse Grabanlagen, sondern haut das Geld besser zu Lebzeiten raus. Es wäre ja auch unchristlich auf jede Menge Kohle zu hocken, die man sich im Laufe der Jahrhunderte mit Ablasshandel und harter Inquisitionsarbeit erschwindelt hat, wärend es Kinder in der Nachbarschaft gibt, die ohne Frühstück zur Schule gehen müssen. Von hunderttausenden, die in der „dritten Welt“ verhungern, mal ganz zu schweigen. Nein, man soll nicht wie Dagobert auf seinem Goldspeicher hocken, sondern das Geld für was Sinnvolles ausgeben, und was wäre eine bessere Anlage als eine bescheidene Residenz für den örtlichen Stellvertreter Gottes?

Insofern ist der Bau einer neuen Pyramide, oh Entschuldigung, ich meinte natürlich die standesgemäßen Wohnanlage des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst, ein Akt der Nächstenliebe, denn er verteilte Millionen schließlich an die Ärmsten Architekten, Handwerker und Dekoratöre der Stadt. Außerdem ist jede Kritik an den Baukosten blanker Neid, und Vorsicht, Neid ist auch eine Sünde. Nein mal im Ernst, die meisten privaten Häuslebauer geben nicht nur ihr ganzes erspartes für ihr Eigenheim aus, und verschulden sich über Jahrzehnte, wärend der Bischof ja lediglich einen Bruchteil seines unermesslichen und unbekannt hohen Vermögens für beheizte Adventskränze und andere notwendige Baumaßnahmen verjubelt hat. Wir kennen das ja alle, da geht man in den Baumarkt um einen Eimer Farbe zu kaufen, und Ruckzuck sind 40 Millionen weg. Außerdem ist so ein Häuschen ja auch standesgemäß, denn man darf ja nicht vergessen, dass so ein Bischof ein Topmanager mit einem Gehalt über 8.500 Euro ist. Da muss man auch angemessen wohnen. Wieso braucht der eigentlich noch soviel Taschengeld? Er wohnt doch schon gratis, und eine Familie hat er als katolischer Geistlicher vermutlich auch nicht zu ernären. Wie darf ich mir so eine Gehaltsverhandlung vorstellen? Wie ist da die Forderung der Bischofsgewerkschaft? Entweder wir kriegen so ein sündhaft hohes Gehalt, eine prunkvolle Residenz und einen Backstagepass fürs Himmelreich, oder wir predigen demnächst für eine andere Kirche?
Ach was. Schluss mit der Neiddebatte. Geld ist schließlich genug da, und wird durch unsere Steuern auch jedes Jahr mehr. Soll sich der Bischof doch einen goldenen Klodeckel kaufen, denn der schnöde Mammon soll ja nicht ungenützt rumliegen, und das Geld für soziale Projekte, Kinder und Familien in der Nachbarschaft, oder hungernde Menschen auszugeben, dass ist ja nun wirklich nicht die Aufgabe der Kirche. Für diese Menschen sorgt doch Gott, und da will man sich als Kirche doch lieber nicht einmischen.
Denn für „Unser täglich Brot gib uns heute“ ist der Herr zuständig.

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